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GAG: Geschichte-Arbeits-Gemeinschaft am Landesmusikgymnasium

 

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Mitglieder: Ann-Kathrin Aldorf, Alessandra Baas, Anna-Lena Diel, Larissa Miskulin, Belinda Nölscher,  Stefanie Ott,   Jennifer Sanner,  Susanne Stadtfeld.
Leitung: OStR Claus Peter Beuttenmüller

Im Schuljahr 2002/2003 arbeiteten wir intensiv an einem Beitrag für den Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten "Weggehen - Ankommen. Migration in der Geschichte"

Einen Ausschnitt aus der umfangreichen Arbeit können wir hier vorstellen:

Weggegangen und nirgends angekommen
 Die Toten des Soldatenfriedhofs Montabaur

"Über 1000 Stück"
 
Der Anlass zu dieser Arbeit war ein kurzer, gar nicht für mich bestimmter Dialog:
Beim Besuch des Soldatenfriedhofs Montabaur am letzten Volkstrauertag hörte ich im Vorbeigehen den kurzen, eher beiläufigen Gedankenaustausch zweier älterer Männer, die fast gleichzeitig mit mir den Friedhof betraten und beim ersten Überblick über das Gräberfeld kurz verhielten.
"Ich wusste gar nicht, dass hier so viele liegen!"
"Ja, über 1000 Stück!"
"Ui! 'ne Menge Zeugs!"
Sie meinten es sicher nicht böse, die beiden. Vom Alter her selbst als Kriegteilnehmer einzuschätzen, wussten sie vermutlich, worüber sie vor diesen Kriegsgräbern redeten, und machten sich keine Gedanken über ihre Wortwahl.
Ich aber fragte mich, was es mit diesen "über 1000 Stück" auf sich hatte:
Da liegen unter über 1000 Grabsteinen Überreste von über 1000 Menschen.
Jeder einzelne dieser Menschen ist wegen des Krieges eines unnatürlichen Todes gestorben. Jeder einzelne dieser Menschen ist seinen Tod gestorben, der irgendwo zwischen den Darstellungen von Bernhard Wickis "Die Brücke" und Stephen Spielbergs "Soldat Ryan" liegen kann, öfters aber auch Folge von Krankheit oder Bomben war.
Jeder einzelne dieser Menschen hatte Pläne und er hatte Angehörige, die Pläne mit ihm hatten. Und jetzt liegt da nur noch eine Grabplatte mit seinem Namen und dem Geburts- und Sterbejahr!
Könnte man nicht versuchen, die Anonymität von einigen dieser über 1000 Grabsteine zu brechen, und hinter den Stein bleibenden Namen und Daten den Menschen wieder sichtbar und greifbar zu machen, der darunter liegt?

So wurde die Idee von mir als Geschichtelehrer geboren und nachher von einer Arbeitsgemeinschaft weiterentwickelt und umgesetzt, die Spuren von einigen dieser Toten zu suchen und zu dokumentieren.
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Ein Beispiel von sechs in der Arbeit dargestellten Soldatenschicksalen:

Grab Nummer 443

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Unteroffizier GERHARD LOSCHINSKI
Geboren in Danzig-Langfuhr
Begraben in Montabaur

Anlass zu unseren Nachforschungen über Gerhard Loschinski war ein Gespräch mit dem Ehepaar Steinebach bei unserer gemeinsamen Teilnahme an der Feier zum Volkstrauertag 2002.

Das Flugzeug Loschinskis sei 1989 ausgegraben worden war, und einige Teile hätten sie sogar bei sich zu Hause verwahrte. Bei einem Besuch bei ihm photographierten wir diese Teile und ein Modell des Flugzeugs, das er zur Illustration angefertigt hatte, und gingen dann hoch motiviert an die Erforschung der Todesumstände Loschinskis und weiterer Informationen über ihn.

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So soll Loschinskis Flugzeug einmal ausgesehen haben3

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1     Die Idee ist natürlich nicht ganz neu. Ähnliche Arbeiten gibt es als Pädagogische Handreichungen des Volksbunds Deutsche Kriegsgräberfürsorge, VDK (siehe Literaturverzeichnis)
2     Immerhin stolpern immer wieder Politiker über unsensiblen Umgang mit unserer nationalsozialistischer Vergangenheit, wie 1988 der damalige Bundesratspräsident Philipp Jenninger, den eine "gute, aber schlecht gehaltene" Rede sein Amt kostete, und noch jüngst der hessische Ministerpräsident Roland Koch, der mit seiner Äußerung zu "einer neuen Form von [Juden-] Stern" in peinliche Schlagzeilen geriet. Und auch die Zwangsarbeiterdiskussion und die Aktionen von Rechtsradikalen zeigen, dass diese Geschichte immer noch aktuell ist.
Zum 70. Jahrestag der nationalsozialistischen "Machtergreifung" am 30. Januar machte Bundespräsident Johannes Rau erst kürzlich deutlich, dass die Deutschen sich seiner Meinung nach viel zu wenig und viel zu spät mit der NS-Zeit auseinandergesetzt hätten.
3     Focke Wulf 190 A-6 mit BMW-Sternmotor mit 1550 PS; Loschinskis Maschine hatte korrekt die Werksnummer 531072 und als Abzeichen eine braune 12

 

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