Sie sind hier: > start > aktion: aktionen > aktion tagwerk > 2003  
   
Aktion Tagwerk 2003

 

Die Projekt-Gruppe "Zeit" beteiligte sich an der "Aktion Tagwerk"

Am Dienstag, dem 15.07.2003, wurde in Rheinland-Pfalz die "Aktion Tagwerk" durchgeführt. Die rheinland-pfälzischen Schüler haben an diesem Tag gegen Entlohnung gearbeitet, der Lohn fließt aber Hilfsprojekten in Ruanda, dem Partnerland von Rheinland-Pfalz, zu. Die Schülerinnen und Schüler der Projekt-Gruppe "Zeit" des PAG haben sich in diesem Jahr an der "Aktion Tagwerk" beteiligt und im Ignatius-Lötschert-Haus, dem Alten- und Pflegeheim der Barmherzigen Brüder in Horbach, gearbeitet. Denn in der Projekt-Gruppe stand dieser Tag unter dem Motto "Zeit sinnvoll nutzen".

 Morgens um 08.00 Uhr ging es los und wir wurden vom Bus des Altenheim abgeholt und nach Horbach gebracht. Im Altenheim wurden wir sehr freundlich von Bruder Christoph, dem Leiter des Altenheims, und von den beiden Leiterinnen des Pflege- und des Betreuungsdienstes empfangen. Nach der herzlichen Begrüßung wurden wir in Kleingruppen eingeteilt und in den Vormittagsdienstplan integriert.

Nach anfänglichen Unsicherheiten kamen wir mit den uns übertragenen Aufgaben, die für uns völlig ungewohnt waren, ganz gut zu recht.
Einige von uns waren beim Frühstück behilflich. Dazu gehörte, den Senioren beim Trinken zu helfen, Lätze um- und abzulegen, die Medikamenteneinnahme zu überwachen, abzuräumen, Mund und Hände der alten Menschen zu reinigen, den Küchenwagen zusammen mit den Senioren wegzubringen, mit ihnen zu spülen, vorzulesen und sich mit ihnen zu unterhalten. Dies alles geschah relativ langsam, denn viele Heimbewohner sind von Altersdemenz (altersbedingte Vergesslichkeit und Verwirrtheit) betroffen. Andere waren bei der Morgentoilette behilflich. Dazu gehörte, die Haare zu kämmen und die Senioren zur Toilette zu begleiten.
Da das Altenheim von einer katholischen Bruderschaft geführt wird, gibt es jeden Tag einen kurzen Gottesdienst. So haben wir einige Heimbewohner zum Gottesdienst in die hauseigene Kapelle begleitet, bzw. mit ihren Rollstühlen zum Gottesdienst gebracht. Die Aufenthaltsbereiche des Altenheims sind mit alten Möbeln ausgestattet, die den Heimbewohnern vertraut sind.Zu unserer Überraschung hat aber im Gottesdienst die Technik auch hier Einzug gehalten, denn die Musik kam ferngesteuert vom Band.

gemütliches Zusammensein
Nach dem Gottesdienst brachten wir die Heimbewohner in den Innenhof des Heims. Die Senioren genossen hier bei schönem Wetter das Zusammensein mit jungen Menschen. Gemeinsam wurden zur Gitarrenbegleitung von Christiane Schmitt Volkslieder gesungen. Für uns war das Zusammensein wieder eine Überraschung, denn die sonst eher passiven Senioren tauten jetzt richtig auf und sangen die Lieder, die sie meisten mit allen Strophen auswendig konnten, eifrig mit. Uns wurden sogar eigenen Texterweiterungen dargeboten.


Elisabeth Schmitt und Manuel Wüst trafen sich in der Zwischenzeit mit zwei Mitgliedern des Heimbeirates, um etwas über dessen Aufgaben zu erfahren. Der Heimbeirat wurde erst vor kurzem neu gewählt und möchte einige Neuerungen einführen. So sollen z. B. beim gemeinsamen Essen eine feste Sitzordnung und feste Sprechzeiten des Beirates eingeführt werden.

gemütliche Verschnaufspause
Nach unserem "Konzert" war "spazierenschieben" mit den Rollstuhlfahrern angesagt. Zuerst ging es rund um das Rehgehege des Altenheims steil bergauf. Hierbei kamen manche von uns ganz schön ins Schwitzen, aber schließlich erreichten wir alle wohlbehalten mit unseren Schützlingen die Marienkapelle. Dort verschnauften wir und genossen den Ausblick in die Landschaft. Schließlich rollte unsere kleine Karawane wieder zurück zum Heim. Dabei mussten wir noch eine große Herausforderung bestehen: Wie bringen wir die gehunfähigen Heimbewohner mit ihren Rollstühlen sicher bergab, ohne dass uns die Rollstühle entgleiten" Aber auch diese Herausforderung haben wir erfolgreich bewältigt und kamen gerade recht zum Pressetermin, denn ein Reporter der Westerwälder Zeitung machte ein paar Fotos, die uns im Gespräch mit den alten Menschen zeigen.
Gespräch im Freien
Mittlerweile war es 11.30 Uhr und die Heimbewohner wurden von uns zum Mittagessen gebracht. Je nach Gesundheitszustand nehmen die Heimbewohner ihr Mittagessen in den Gemeinschaftsräumen oder aber auf ihren eigenen Zimmern ein. Wir PAGler trafen dann nochmal im Innenhof mit Bruder Christoph zum Gedankenaustausch zusammen. Dabei erklärte uns Bruder Christoph, dass in diesem Heim der alte Mensch im Mittelpunkt steht, der Wärme, Zuwendung und Geborgenheit braucht und der in einer herzlichen und - so weit wie möglich - alltäglichen, normalem Atmosphäre leben soll. Zu diesem Konzept gehören auch die Tiere (Rehe, Hühner, Kanarienvögel) des Altenheims. Dieses Bemühen um die alten Menschen drückt sich auch in den Zahlen aus, denn Bruder Christoph ist für 106 Senioren und ca. 100 Angestellte (darunter auch viele Azubis und Zivis) verantwortlich. Besonders stolz ist Bruder Christoph auf die eigenen Küche des Altenheims, denn dadurch kann auch auf die spontanen Bedürfnisse der Heimbewohner individuell eingegangenen werden. Aus Kostengründen werden heute nämlich viele Altenheime nur noch zentral von Großküchen beliefert. Zum Abschluss wurden wir von Bruder Christoph herzlich eingeladen, bei Gelegenheit wieder vorbeizuschauen:

herzliches Miteinander

"Wir haben immer Rollstühle da und immer jemanden, der darinsitzt."
Um 12.00 Uhr brachte uns der Altenheimbus wieder zurück zum PAG. Der Tag im Altenheim wird uns lange in Erinnerung bleiben, denn wir haben hier viel Dankbarkeit für "Kleinigkeiten" und eigentlich Alltägliches erfahren. Beim Abschied haben wir außerdem gespürt, wie sehr uns die alten Menschen ins Herz geschlossen haben. Wir haben uns deshalb vorgenommen, den Besuch zu wiederholen und vielleicht sogar regelmäßig durchzuführen.

So wie die Projektgruppe die Zeit vormittags sinnvoll für andere genutzt hat, so stand der Nachmittag unter dem Motto "Zeit sinnvoll für sich selber nutzen". Um 15.00 Uhr trafen wir uns noch mal im PAG, um unsere Erlebnisse, Erfahrungen und Eindrücke des Vormittags aufzuarbeiten, um diesen Artikel gemeinsam zu schreiben und um gemeinsam zu kochen und gemeinsam zu essen. Gegen 19.00 Uhr verließen wir dann das PAG mit dem Gefühl, die Zeit des Tages wirklich sinnvoll genutzt zu haben.
(Dorit Althöhn, Carina Schlosser, Hanna Kehr, Juliane Gerhard, Jessica Meffert, Wibke Baudach, Swantje Mikara, Andrea May, Rebecca Hennemann, Michael Ewers, Manuel Wüst, Theresa Hohmann, Christiane Schmitt, Elisabeth Schmitt, Britta Sturm)

nach oben  zurück zu Aktion Tagwerk    

  > Hilfe