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Konzert-Hommage an Tilo Medek zum 65. Geburtstag

 

Ihren wohl prominentesten Lehrer und Leiter der Kompositions-AG Tilo Medek ehrten die Schülerinnen und Schüler des Landesmusikgymnasiums am Sonntag, 23. Januar 2005 mit einem Gesprächs-Konzert, in dem sowohl die breite Palette seines Schaffens wie auch des facettenreiche Persönlichkeit des Komponisten spürbar wurde. Der folgende Artikel aus der Westerwälder Zeitung zeichnet einige Eindrücke der interessanten Veranstaltung nach.
Ensemble für Neue Musik RLP, Ltg: Walter Reiter • Foto: Daniel Bach  
 


Ein Melodienstrauß zum 65. Geburtstag
Das Landesmusikgymnasium Montabaur gratulierte Tilo Medek mit einem Konzert

MONTABAUR. Mit einem Gesprächskonzert in der zu einer „Notaula“ umfunktionierten Turnhalle feierte das Landesmusikgymnasium (LMG) Rheinland-Pfalz den 65. Geburtstag von Tilo Medek, der seit drei Jahren an der Schule wirkt und als Komponist nicht nur in der deutschen Musikwelt hoch angesehen ist. Mit dem Konzert bereiteten ihm seine Schüler eine außergewöhnliche Geburtstagsfreude. Gesprächspartner war Schulleiter Richard Moser, Ausführende Schülerinnen und Schüler der Kompositionsklasse des Jubilars.
Das Musikprogramm bestand größten Teils aus Medek-Kompositionen wie auch aus einigen Arbeiten seiner Schützlinge, die – neben dem Landesensemble für Neue Musik Rheinland-Pfalz und Saarland, geleitet von Walter Reiter – als hochtalentierte Instrumentalisten an Flügel, Schlagzeug und anderen Klangwerkzeugen auf künstlerisch hoher Ebene „mitmischten“.

Im Gespräch: Richard Moser und Tilo Medek • Foto: Daniel Bach

Kurzinterviews zwischen den Musikstücken gaben Meister Medek Gelegenheit, über sein Musikverständnis, wie auch über die Art seiner Kompositionsweise und der Zuordnung seiner Werke in die Musik der Gegenwart zu sprechen, in der Medeks Kompositionen einen festen Platz haben. Der Meister zählt nicht zu den „Neu-Tönern“, sondern sieht sich in seinen kompositorischen Wurzeln durchaus der Klassik und Nachklassik verbunden. Er erinnere sich, dass zu DDR-Zeiten Rudolf Wagner-Régeny (1903-1969), Kompositionslehrer an der Ostberliner Hochschule für Musik, zu ihm gesagt hatte, er, Medek, habe Max Reger zum „musikalischen Großvater“. Die DDR musste der Künstler, vielfach bedrängt, 1977, wie auch Biermann, infolge Ausbürgerung verlassen. Der wunderschöne Konzertabend bestätigte überdies, dass sich niemand bei Medek-Werken schwer tun muss – sie tragen zwar den Stempel der Moderne, doch, so Medek im Laufe des Interviews, sei es stets sein Ziel gewesen, „aus der Mitte Europas heraus zu musizieren und über die Melodie zu den Herzen der Menschen zu gelangen.“
Beispiele dafür boten Medeks „Drei Tageszeiten“ für Marimbaphon, Klavier, Pauken und Schlagzeug (1976), vorgestellt von Florian Body, Leonard Lotz und Daniel Ulb, aber auch zum Konzertausklang mit „Gewirr“ (2000), „Tagtraum“ (1976), vor allem aber auch das dreisätzige „Kleines Klavier-Konzert“ (1994) in der Aufführung des Landesensembles deutlich, (Am Flügel: Thorsten Hansen; Lehrerin: Natalia Adomeit). Der 11-jährige Felix Luxem am Klavier bestand bravourös seinen Auftritt mit „Tango“, Salto mortale“ und dem frischen „Die Berliner Range“ aus „Kinderstücke“ von Medek. Jungpianistin Juliane Johannsen (Lehrerin: Olga Razinkowa) präsentierte in äolischer Manier das „Bad-Weißer Hirsch-Kaminstück“ und Thorsten Hansen und André Kunz (Razinkowa) den auf Mozarts A-Dur-Sonate beruhenden „Türkischen Marsch“ als musikalischen Spaß, dem Medek den Titel „Battaglia alla turca“ gab. Gitarrist Christopher Esch (Lehrer: Volker Höh) erfreute mit „Rosenlied“ und Irmke von Schlichtings schöner Sopran (Lehrerin: Martina Hennemann) mit „Träumerei in Hellblau“. Drei Kompositionen der Medek-Schülerinnen Laura Guzmann („Seufzer nach oben“) und Anke und Belinda Nölscher („Drei äolische Stücke“ und „Kleine Träumerei“, am Flügel Tilo Medek) schlossen sich in meisterlicher Darbietung an.
Schulleiter Moser dankte am Ende des sehr eindrucksvollen musikalischen Geschehens dem Komponisten, den Mitwirkenden und Musikpädagogen und lud zu Ehren des Jubilars die Gäste zu einem kleinen Umtrunk ein.

Josef Otto Schneider

Klavierduo André Kunz und Thorsten Hansen • Foto: Daniel Bach

Tilo Medek: www.medek.net
>Erfolge von Mitgliedern der Kompositions-AG beim Landeswettbewerb "Jugend komponiert"

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